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Nein, du bist nicht zu alt für ein (Jura-) Studium!

Immer öfter höre ich den Satz: „Also ich könnte das ja nicht, ich bin zu alt für ein (weiteres) Studium!“. Auch höre ich immer öfter, dass viele Menschen unglücklich mit ihrer eigentlichen Berufs- und Studienwahl sind, denn sind wir mal ehrlich: In der Regel ist man zwischen 16-20 Jahre alt, wenn man sich für den Rest seines Lebens festlegen soll, womit man tagtäglich seine Brötchen verdienen wird.

In diesem Alter ist man noch fast grün hinter den Ohren und soll schon so weitreichende Entscheidungen treffen? Ich finde das sehr schwierig. Auch ich fand es mit 19 Jahren schwierig mich für das richtige Studium zu entscheiden. Mein Abi-Schnitt war nicht der beste und ich wollte keine Wartesemester haben, also suchte ich nach zulassungsfreien Studiengängen, die mich interessierten. So kam ich zum Bachelor Wirtschaftswissenschaften an der TU Chemnitz. Das Studium war okay, hat mich jedoch bis auf Marketing nie so richtig interessiert. Zahlen fand ich furchtbar, ich biss mich aber durch. Ich wollte nur fertig werden und mir dann einen Master suchen, der mir besser gefällt. Ich dachte diesen an der HTW Berlin gefunden zu haben und studierte Industrial Sales & Innovation Management. Vertrieb und Marketing lagen mir und ich schloss mit einer sehr guten Note ab und arbeitete anschließend auch 7 Jahre im Vertrieb.

Das soll jetzt alles gewesen sein?

Ehrlich gesagt, hat mir dieser Job nur die ersten 1-1,5 Jahre Spaß gemacht. Jedoch wusste ich, dass wir Familie haben wollen und deshalb blieb ich. Die Abwägung finanzielle Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses versus Spaß am Job fiel dann meist zugunsten der Sicherheit aus. Also bekam ich 2 Kinder und studierte nebenbei an der Fernuni Hagen Jura. Ich konnte mir nicht vorstellen, diesen Vertriebsjob mein Leben lang zu machen. Auch wenn es mir immer noch großen Spaß macht andere Menschen von Dingen zu überzeugen, die ihnen das Leben leichter machen könnten. Jedoch muss ich dann selber hinter diesen Dingen und Produkten stehen.

Die Familienplanung war mit unserem Sohn abgeschlossen und ich wagte 2019 den Sprung in die Selbstständigkeit und raus aus dem Angestelltenverhältnis. Ich habe es zu keinem Zeitpunkt bereut.

Ich verdiente mit meinem Blog, mit Instagram und mit Beratungen genau so viel Geld, wie ich in meinem vorherigen Job verdient habe, war aber vollkommen frei in der Zeiteinteilung. Außerdem hatte ich endlich mehr Zeit für mein Studium. Natürlich darf ich meinen Mann nicht vergessen, denn ohne sein Gehalt würde es definitiv nicht gehen, aber dafür sind wir ein Team und wissen, dass es sich auf lange Sicht ausgleichen und auch auszahlen wird, dass ich jetzt mit 33 noch studiere (zu Beginn des Studiums war ich 26).

Wissen macht Dich flexibel und attraktiv

Das Wissen, dass ich mir in den letzten Jahren durch mein Studium angeeignet habe, macht mich flexibel. Ich kann in einen zukünftigen Job einfach mehr einbringen und mich damit besser verkaufen. Es macht Dich attraktiver auf dem Arbeitsmarkt. Wer neben dem Job, der Familie etc. studiert beweist Durchsetzungsvermögen, Zielstrebigkeit und Ausdauer. Das sind alles sehr gefragte Fähigkeiten, die einen von anderen Mitbewerbern unterscheiden.

Wer sich stetig weiterbildet, sei es durch ein Studium, eine Weiterbildung etc. erweitert somit seinen Horizont. Unsere Welt verändert sich stetig und man kann mit einem Set Wissen und Kenntnissen, das man mal vor 15 Jahren erworben hat, die heutige Welt kaum noch bestreiten. Wer heute keinen Computer bedienen kann, ist in den meisten Berufen verloren.

Auch Werte und Weltanschauung haben sich in den letzten Jahren erheblich geändert. Waren Frauen in Führungspositionen absolute Mangelware, befinden wir uns jetzt immerhin auf einem Weg, wenn auch auf einem steinigen, bei dem dies hoffentlich zur Normalität gehört. Werden sexistische Witze gerissen, begehren sich heute Menschen dagegen offen auf und zeigen somit, dass ein solches Verhalten nicht mehr geduldet werden kann.

Wissen schafft Weiterentwicklung und Fortschritt. Wissen baut Barrieren und Grenzen ab und Verbindungen und Zusammenhalt auf.

Es gibt immer einen Weg

Ich kenne die Ausreden, weil ich sie selber oft benutzt habe. „Ich habe keine Zeit zum studieren/lernen!“ Doch hast Du. Niemand ist 24h/Tag komplett verplant. „Ich habe kein Geld!“ Viele meiner Kommilitonen an der Fernuni Hagen arbeiten Voll- oder Teilzeit neben dem Studium. Man muss nicht sofort seinen Job kündigen um sich weiterzubilden. Sollte es finanziell doch mal eng werden, kann man sich für einen Studentenkredit oder Stipendien bewerben. Ein Anbieter (unbezahlte Werbung) ist z.B. die Hochschulinitiative Deutschland oder der Stipendienlotse des Bundesministeriums für Bildung und ForschungAuf studieren.de findet ihr eine Liste für Stipendien der Begabtenförderung.

Es gibt also immer einen Weg. Wenn bei Dir der Wille da ist, etwas zu verändern und Dich weiterzuentwickeln.

Ich glaub an Dich, du schaffst das!

Alles Liebe,

Deine Caro

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Hallo und herzlich Willkommen! Ich bin Carolin, 31Jahre jung und Mama von 2 wunderbaren Kindern. Ich studiere Jura, blogge über unser Familienleben in Berlin, über die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie und über allerlei Leckereien und schönen Dinge des Lebens. Ich wünsche Dir ganz viel Freude hier auf meinem Blog!

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