Mit Kindern über Krieg sprechen
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Mit Kindern über den Krieg sprechen – es macht mir Angst

In der Ukraine herrscht seit fast 2 Wochen Krieg. Ein Krieg, den fast niemand wirklich echt für möglich hielt und von dem auch niemand hoffte, dass er tatsächlich ausbrechen würde. Bei dem alle hofften und inständig glaubten, dass Worte wirklich etwas ändern können und Gewalt keine Lösung ist. So, wie wir es beigebracht bekommen haben und es auch an unsere Kinder weitergeben.

Doch dieser Krieg ist Realität geworden und gehört seit knapp 2 Wochen zu unserem Alltag und zum Alltag unserer Kinder. Meine Kinder sind 5 und 8 Jahre alt und zumindest in der Schule wird über dieses Thema pädagogisch begleitet und besprochen. Doch natürlich enden die Fragen nicht am Schultor. Eine gute Freundin meiner Tochter kommt aus der Ukraine und hat auch noch ihre Großeltern und Verwandten dort. Das Thema Krieg ist nicht nur in Europa, sondern auch in unseren Kinderzimmern angekommen. Dort, wo unsere Kinder sich sicher und geborgen fühlen sollen, wird auf einmal über bombardierte Krankenhäuser, tote Menschen auf der Straße und Atomwaffen gesprochen.

Es macht mir Angst. Ich habe Angst. Und ich weiß nicht, was ich sagen soll.

Meine Tochter fragt: „Warum macht jemand denn sowas? Wurde ihm etwas getan?“ – “ Ich habe keine Antwort darauf, denn nein, sowas tut man nicht (schon gar nicht, wenn es nur um Macht und Gebiete geht).

„Putin ist ein Arsch!“, sagt sie. – „Recht hast du.“ Was anderes kann ich dazu nicht sagen.

Was wir tun können, wann der Krieg wieder aufhört, warum spenden wir unsere Kopfkissen und Schlafsäcke, sind alltägliche Fragen.

Ich weiß es nicht und diese Antwort immer und immer wieder geben zu müssen, fällt mir schwer und ich fühle mich als Mutter, als Stütze nicht hilfreich. Denn Mama macht ja sonst fast alles wieder gut, warum also das nicht?

Kinder wollen auch was tun und sie wollen gehört und ernst genommen werden

Kinder haben eine ganz eigene Art mit diesem schlimmen Thema umzugehen. Sie wollen helfen, sie wollen gehört und ernstgenommen werden. So haben die Kinder an der Schule meiner Tochter ein Schulhofkonzert organisiert, Friedenstauben gebastelt und Lieder für den Frieden gesungen. Verbunden mit einem riesigen Kuchenbasar, dessen Erlös den Opfern des Krieges zugute kommen werden.

Wir wissen, dass dass durch solche Konzerte der Krieg nicht enden wird. Aber solche Aktionen im Kleinen bleiben den Kindern im Kopf und begleiten sie womöglich ihr Leben lang. Diese Gefühle, die sie gerade mit sich tragen, diese Fragen – all das werden sie behalten bis sie erwachsen sind und eigene Entscheidungen treffen müssen. Und wenn ein Schulhofkonzert für den Frieden und für eine sichere Welt der Anlass dafür war, sich jeden Tag aufs Neue gegen Gewalt, Krieg und Machtmissbrauch zu entscheiden, dann sollte „Imagine“ von John Lennon von jedem noch so kleinen Schulhof zu hören sein.

Literaturtipps zum Thema

Für alle, die ihren Kindern das Thema anhand von Büchern näher bringen möchten, habe ich hier ein paar herausgesucht.

(Alle nachfolgenden Links sind Affiliate Links. Für euch wird der Preis beim Bestellen nicht teurer, ich erhalte jedoch eine kleine Provision. Danke, dass ihr mich unterstützt.)

  1. Wasims Weste – Kindern Flucht und Träume erklären

2. Irgendein Berg

3. Warum?

4. Nora & Beshir – Zwei Geschichten des Neuanfangs

5. Wie ist es, wenn man kein Zuhause hat? Alles über Flucht und Migration

6. Akim rennt

7. Bestimmt wird alles gut

Auf dem Blog der Buchkinder findet ihr noch weitere Bücher zu dem Thema: Flucht und Krieg im Kinderbuch

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