Elternsein,  mal was ganz anderes,  Mama sein

Positiv durch die Corona-Krise – Geht das überhaupt? Und wenn ja, wie?

Die Schulen und Kitas sind bei uns in Berlin aufgrund der Corona-Pandemie, auch Sars-CoV-2 genannt, seit einer Woche geschlossen. Eine Woche von x. Es wird zwar gesagt, dass der Schulbetrieb nach den Osterferien wieder beginnen soll, aber sicher ist sich da keiner so richtig.

Wie fühle ich mich? Wie fühlen wir uns?

Wir leben zu viert hier in einer Wohnung. Wir, das sind zwei Erwachsene und zwei Kinder im Alter von 3 und 6 Jahren. Wir, das sind nicht nur Eltern, sondern Selbstständige und ich zusätzlich noch Studentin.

Ich möchte ehrlich zu euch sein. Am Montag vor einer Woche, dem letzten Schul- und Kitatag, habe ich viel meditiert und versucht mir die Situation hier zu Hause mit allen zusammen auf „engem“ Raum vorzustellen. Wir wohnen in einer Wohnung ohne Garten. Wir haben zwar für den Alltag genug Platz und auch einen Innenhof mit Sandkasten und Rutsche, aber wird das reichen für die nächsten Wochen? Wie werden wir das alles verkraften?

Ich fühlte mich auf der einen Seite verunsichert und verängstigt, weil ich nicht wusste, wie wir das alles schaffen sollen und auf der anderen Seite war ich neugierig auf die neue Situation.

So viel Zeit und kaum Möglichkeiten

Wir müssen es schaffen, Studium und beide Jobs von zu Hause aus am Laufen zu halten und nebenbei zwei quirlige Kinder zu beschäftigten, ohne sie ständig vor der Glotze zu parken. (Das ist überhaupt keine Verurteilung, bitte nicht falsch verstehen, aber gerade die Große kann mit zu viel Tablet-/TV-Konsum sehr schlecht umgehen.)

Darüber hinaus gibt es Schulaufgaben, die erledigt werden müssen. Und, achja, man sollte auch noch den Verstand behalten.

Die erste Woche ist nun geschafft und ich kann euch ein erstes Fazit schreiben:

Blöd gelaufen:

  • ich habe noch NICHTS für die Uni/mein Repertorium gemacht
  • ich musste öfter kurz vor 7 Uhr am Supermarkt stehen um Toilettenpapier zu bekommen
  • mein Heuschnupfen ist wiedergekommen

Toll gelaufen bisher:

  • beide Kinder spielen viel mehr und selbstständiger miteinander
  • ich hatte Zeit für kleine Projekte, die ich immer mal machen wollte, wie z.B. Küchenschränke neu sortieren und in jedem Zimmer mal gründlich ausmisten
  • mit den Kindern zusammen einen super leckeren Bananenkuchen backen – ohne Streit und große Sauerei
  • viel gemalt, geknetet und gebastelt
  • viel Familienzeit gehabt
  • wahre Freude am Spazierengehen gefunden (ich habe früher Spazierengehen gehasst)
  • weniger Geld ausgegeben
  • mehr miteinander geredet und gelacht

Meine Gefühlswelt steht nicht mehr ganz so Kopf, wie noch vor einer Woche. Wir haben uns als Familie, die bis auf wenige Ausnahmen, ständig zusammen ist, gut eingespielt. Ich bin gespannt, wann ich mal wieder etwas für die Uni schaffe und ob mich nicht doch hin und wieder mal die Panik packt und ich mich frage, wie ich das alles schaffen soll.

Ich bin dankbar

Aber vor allem bin ich eins: dankbar. So abgedroschen das klingen mag, aber meine gesamte Familie ist gesund, wir kämpfen zum Glück nicht mit Existenzängsten und wir haben die Chance sehr viel Zeit zusammen zu verbringen. Ich frage mich, wann wir die jemals hatten in diesem Umfang. Die Kinder sind auf jeden Fall total glücklich, dass sie uns Eltern um sich haben und mit jedem Tag mehr, wächst ihr Vertrauen in uns und auch wir lernen unsere Kinder von neuen Seiten kennen.

Seiten, die sonst nur LehrerInnen und ErzieherInnen kennen. Mein Mann und ich haben erst jetzt so richtig erkannt, wie anstrengend und schön diese Berufe sind und wie wichtig sie für eine gesunde Gesellschaft sind.

Was ich mich für die Zukunft wünsche und aus der Corona-Krise mitnehme

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen realisieren, dass die meiste Arbeit nicht nur im Büro, abseits der Familie, stattfinden muss und dass Arbeit nicht das Wichtigste ist.

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen das Auto stehen lassen und Inlandsflüge vermeiden.

Ich wünsche mir, dass die Solidarität, die gerade zwischen den Menschen wächst, weiter anhält und an nachfolgende Generationen weitergegeben wird.

Ich wünsche mir, dass wir alle mehr aufeinander acht geben und uns unterstützen.

Wie geht es euch gerade?

Alles Liebe,

Eure Caro

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Hallo und herzlich Willkommen! Ich bin Carolin, 31Jahre jung und Mama von 2 wunderbaren Kindern. Ich studiere Jura, blogge über unser Familienleben in Berlin, über die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie und über allerlei Leckereien und schönen Dinge des Lebens. Ich wünsche Dir ganz viel Freude hier auf meinem Blog!

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